Die erarbeitete Schulraumplanung zeigt auf strategischer Ebene die Bereitstellung der erforderlichen Räumlichkeiten und Aussenräume für einen zeitgemässen Unterricht für die nächsten 10 – 15 Jahre in den beiden Schulzentren Schlossmatt und Rebacker auf. Die daraus resultierenden Bauvorhaben sollen den Schulraum in Münsingen weit über diesen Zeitraum hinaus prägen und den nächsten Generationen zu Gute kommen. Mit der Prüfung der Machbarkeit wurde die Schulraumplanung nun abgeschlossen. Bevor die nächste Phase mit der Aufgleisung der einzelnen Bauprojekte startet, erfolgt eine breite Information.
Ausgangslage
Aus der Analysephase zu Beginn des Projektes ergab sich, dass aktuell für die Umsetzung des Lehrplans 21 und der Bildungsstrategie 2030 – «Schule der Zukunft» in den beiden Schulzentren Schlossmatt und Rebacker zusammen insgesamt 1'000 m2 an Fläche fehlen. Dieses Defizit wird sich zwar aufgrund der prognostizierten sinkenden Schülerzahlen in den nächsten Jahren reduzieren, aber nicht auflösen. Es fehlt hauptsächlich an Gruppen- und Multifunktionsräumen und ausreichend grossen Klassenzimmern. Zudem wird die Tagesschule für die prognostizierte Anzahl Kinder in 10 Jahren nicht mehr über genügend Fläche verfügen.
Strategie
Im Zentrum der festgelegten Strategie des Gemeinderates stehen die Sanierung und die zweckmässige Erweiterung der bestehenden Schulhäuser. Zusätzlich sollen drei grössere bauliche Massnahmen für die optimale Ergänzung der Bestandesbauten sorgen: der Ersatzneubau des Nord-Süd-Traktes im Schulzentrum Schlossmatt, die Schulraumerweiterung durch zwei Anbauten im Schulzentrum Rebacker und ein Anbau an die heutige Tagesschule Mittelweg. Alle Massnahmen sind in verschiedene Etappen eingeteilt und deren Umsetzung ist zeitlich gestaffelt geplant. Für jede Massnahme wird dem zuständigen Organ der entsprechende Kredit zur Genehmigung vorgelegt.
Machbarkeit
Im Rahmen der Machbarkeitsphase präzisierte die eingesetzte Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung der Volksschule Münsingen die Ergebnisse aus der Analyse- und Strategiephase und führte diverse weitere Abklärungen durch. So zeigen Gebäudezustandsanalysen und vertiefte Untersuchungen beispielsweise auf, inwieweit einzelne Bestandesbauten erhalten oder aufgestockt werden können und mit welchen geschätzten Kosten dabei ungefähr zu rechnen ist. Das Raumprogramm für die Ersatz- und Erweiterungsbauten wurde zusammengestellt, wobei auch mögliche Drittnutzende wie beispielsweise die Musikschule Aaretal evaluiert wurden.
Belegungsplanung
Die Belegungsplanung ist auf die Anzahl Klassen ausgelegt, die in der Analyse als Prognose 2032/33 ausgewiesen wurde. Bei der Verteilung der Klassen auf die einzelnen Gebäude wurde darauf geachtet, dass die Klassen einer Stufe nahe beieinanderliegen und so gegenseitig Ressourcen genutzt werden können. Dank verschiedener ausgearbeiteter Kompromisslösungen konnten die baulichen Eingriffe in den Bestandesgebäuden mit Augenmass geplant und die Kosten somit möglichst tief gehalten werden. Die Gesamtflächenbudgets pro Klasse konnten in jedem Gebäude umgesetzt werden.
Grobkostenschätzungen
Dem Gemeinderat ist es wichtig, sämtliche in den nächsten 10 – 12 Jahren anfallenden Ausgaben aufgrund von baulichen Massnahmen an den Schulanlagen transparent und als Gesamtes aufzuzeigen. Die grob geschätzten Gesamtkosten belaufen sich über diesen Zeitraum auf rund CHF 64 Mio. Dabei betragen die geschätzten Kosten für die Massnahmen aus der Schulraumplanung rund CHF 46 Mio. und weitere für notwendige Gebäudesanierungen, Unterhaltsmassnahmen, Modulbauten etc. anfallende Ausgaben rund CHF 18 Mio.
Zeit- und Massnahmenplanung
Als Grundlage für die Umsetzungs- und Investitionsplanung wurde ein Massnahmenplan für die nächsten 10 Jahre erarbeitet. Der Etappierungsplan geht von drei getrennten Verfahren für die drei Neu- und Erweiterungsbauten aus. Die Massnahmen sind zeitlich so gestaffelt, dass sie für die Gemeinde verträglich sind, möglichst wenig Modulbauten für den vorübergehenden Schulbetrieb notwendig werden und ressourceneffizient gearbeitet werden kann. Der Zeitpunkt für die Optimierung der Bestandsbauten ist teilweise flexibel.
Massgebend für den Zeit- und Massnahmenplan sind insbesondere die zeitlich gebundene Umsetzung der pädagogischen Anforderungen (Lehrplan 21, Bildungsstrategie, pädagogisches Konzept) sowie die Gebäudezustände. Grösster Handlungsbedarf aufgrund des Alters und des baulichen Zustands besteht beim Nord-Süd-Trakt im Schulzentrum Schlossmatt.
Beschlussfassung
Aufgrund der Etappierung der Projekte ist es nicht möglich und auch nicht zielführend, den Stimmberechtigten einen Gesamtkredit für alle geplanten Massnahmen zusammen zum Beschluss vorzulegen. Die aktuelle Grobkostenschätzung ist keine genügende Grundlage für die Beantragung eines Gesamtrahmenkredits. Vorher müssten zumindest Vorprojekte für die einzelnen Massnahmen erarbeitet sein, um einen Kostenvoranschlag basierend auf einem konkreten Projekt zu erhalten. Die baulichen Massnahmen werden zeitlich mehrere Jahre auseinanderliegen und werden je nach Entwicklung im Laufe der Zeit noch Änderungen erfahren. Für die Einholung der notwendigen Kredite zur Umsetzung der Schulraumplanung sollen aus diesem Grund die folgenden Beschlüsse beantragt werden:
Schulzentrum Schlossmatt:
- Wettbewerbs- und Projektierungskredit Ersatzneubau Nord-Süd-Trakt – voraussichtlich Parlamentsbeschluss
- Baukredit (Ausführungskredit) Ersatzneubau Nord-Süd-Trakt, Modulbauten und Umbau Altbau Schlossmatt – voraussichtlich Urnenabstimmung
Schulzentrum Rebacker:
- Verfahrens- und Projektierungskredit Altbau, Neubau, Erweiterungen – voraussichtlich Parlamentsbeschluss
- Baukredit (Ausführungskredit) Altbau, Neubau, Erweiterungen, Modulbauten – voraussichtlich Urnenabstimmung
Tagesschule Mittelweg:
- Verfahrens- und Projektierungskredit Erweiterung – voraussichtlich Parlamentsbeschluss
- Baukredit (Ausführungskredit) Erweiterung – voraussichtlich Urnenabstimmung
Baukredite für kleinere Umbau- und Sanierungsprojekte in den Bestandesgebäuden sollen einzeln beim zuständigen Finanzorgan (in der Regel das Parlament) abgeholt werden.